Weil „Seine Majestät in der letzten Zeit zu wiederholten Malen bei Kirchen die Basilikenform anzuordnen geruht haben", blieben dem Architekt des Königs auch für den Bau der Caputher Kirche wenig Variationen. Als Friedrich August Stüler 1847 von Friedrich Wilhelm IV. beauftragt wurde, der Kirche unter „Beibehaltung der alten Mauern ein gefälligeres Aussehen" zu geben, hatte er in Erinnerung, dass S. M. Monate zuvor die Umbaupläne der Regierung Potsdam entschieden abgelehnt hatte: "Ich bin in all diese lästigen Details wohlüberlegt eingegangen, weil ich das Verpfuschen meiner liebsten Pläne wohl im Gedächtnis hatte."
Was macht ein Architekt, der von seinem Bauherrn verpflichtet wird, unter Wiederverwertung des Vorgängerbaus von 1598 zwischen Kiefern, Sand und Wasser eine Basilika zu errichten? Stüler erinnerte sich an San Zeno Maggiore in Verona und konfrontiert seine italienischen Bilder mit der märkischen Tradition des Backsteinbaus.
Sein Bau orientiert mit der geschickten Gruppierung von Turm und Schiff auf die malerische Einfügung in die Landschaft zwischen Schloss, Templiner See und Hafelufer. Das war des Königs Konzept:
„Die Vorzüge dieser Gegend in ihrem vollen Umfange und Glanze hervortreten zu lassen durch die rechte Vereinigung von Architektur und höherer Gartenkunst. Bei der Schönheit der Lage ist mir sehr daran gelegen, dass die Sache nicht teuer, wohl aber schön wird.
Die ungewöhnliche Außenwirkung des Caputher Kirchenbaus wird durch den schlichten Wechsel von Ziegelmauerwerk und Quaderputz erreicht. Den flachen senkrechten Mauerstreifen aus hellgelbem Sichtbackstein, den Schachbrett- und Konsolenfriesen werden weißgraue Putzflächen zugeordnet. Der große Rest, Eckpfeiler, Gesimse, Giebel, Turm, ist aus unverputztem Ziegelstein gestaltet.
Die Stülersche Materialwahrheit:
„Den Baustoff in seiner Oberfläche und natürlichen Farbe zeigen."
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