Als der Architekt Konrad Wachsmann 1929 erfuhr, dass Albert Einstein ein Domizil in der Natur wollte, offerierte er dem Querdenker ein Holzhaus aus vorgefertigten Teilen.
Die „Baubeschreibung zur Errichtung eines Landhauses für Herrn Professor Dr. Einstein" wurde bei der Gemeinde Caputh eingereicht, bis in den Herbst wurde gebaut und im Frühjahr 1930 eingezogen.
Auf ein Betonfundament waren
zwei Baukörper in einer Art Fachwerkkonstruktion zu einem Holzhaus integriert worden.
Während die Außenfassade mit waagerecht verlaufenden Holzbrettern verkleidet ist, wurden Wände und Decken im Innern mit Sperrholz- und Pinienplatten verschalt. Zimmerhohe Fenster mit weißen französischen Klappläden akzentuieren die rotbraune Holzfassade.
Einstein hatte „sich auf sein Caputh eingestellt", schrieb seine Frau Elsa, „ganz und gar. Lebt hier göttlich wie nirgends“.
Am 10. Dezember 1932 reisten die Einsteins in die USA. Sie sahen Caputh nie wieder. Eine wechselvolle Geschichte nahm ihren Lauf: Jüdisches Kinderheim, Hitlerjugend, Bund Deutscher Mädchen, Luftwaffendomizil, bis das Sommerhaus nach der Enteignung 1936 für 5000 Reichsmark der Gemeinde Caputh überlassen wurde. Ab 1961 stand im Grundbuch dann schließlich „Eigentum des Volkes".
Nach der Wende mussten die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Eine Erbengemeinschaft mit elf Parteien meldete sich, darunter mit dem größten Anteil die Hebräische Universität von Jerusalem. Vordergründig stritt man um das Eigentum, in Wirklichkeit aber waren vor allem wohl die Kosten für das sanierungsbedürftige Haus im Blickfeld. Die Kulturstiftung des Bundes und die Cornelsen-Stiftung erleichterten gewisse Entscheidungen. Die einzig noch erhaltenen Wohn- und Arbeitsstätte von Albert Einstein in Deutschland wurde am 22. Mai 2005 wiedereröffnet.
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